Mein allerallererster Spieltag

Das Eröffnungsspiel sollte meine Premiere sein: 90 ununterbrochene Minuten Bundesliga. Mein Scheitern war kläglich, aber angesichts der unterirdischen Wolfsburger und der dominanten Bayern in der 1. Halbzeit irgendwie auch verständlich. Ganz ehrlich, Leute, die alte Friends-Folge, die wir nach Minute 45 schauten, hatte den 10fachen Unterhaltungswert.

Dann, Minute 63: Na, schaun wir mal kurz nochmal rein. Beim Stand von 1:1 wehren sich die schwarz-dunkelgrünen Pappfiguren aus der ersten Halbzeit ja auf einmal! Erste Bundesliga-Lektion vielleicht: Abschalten hilft? Und dann die zweite Lektion: Meine Freundin kündigte 10 Minuten vor Schluss den „Bayerndusel“ an. Hab ich jetzt auch gelernt, was das ist (Note to self: Lustige Fußballbegriffe irgendwo notieren und zu späterer Stelle wissend anbringen). Und ganz aus Versehen beim Tor von Schweini gejubelt. Es tut mir ehrlich leid, das ist so programmiert. Ich üb ja noch! Es ist aber auch schwer, eine Mannschaft zu hassen, die so voll von WM-Helden ist. Außerdem sind die Bayern echt richtig gut. Man muss es ja einfach zugeben.

So schnell geb ich aber nicht auf – 2. Versuch, BVB gegen Bayer. Und geschafft – meine ersten, wenn auch unsäglich frustrierenden 90 Bundesliga-Minuten am Stück. Die erste Halbzeit bestand aus Selbstbeobachtung (das Gefühl bei Gegentoren war nicht im Ansatz vergleichbar mit dem Stich ins Herz bei WM-Gegentoren) und dummen Fragen („Wer ist das?“ „Und das?“). Und dann, langsam, schlich sich mit dem Frust ein klein wenig Begeisterung für die Männer im Bienchenkostüm ein, mangelnde Chancenverwertung hin oder her. Irgendwie seltsam, aber die beherzt ineffizienten Versuche, das Tor irgendwie doch noch zu treffen, machten mir die Schwarzgelben sympathisch. Wenn man Nick Hornby in Fever Pitch glauben darf, lernt man bei Niederlagen ja das Fan-Sein, vielleicht ist da was dran? Wenn ja, dann müsste der BVB wohl noch ein paarmal verlieren, damit ich die 90 Minuten auch mit echter Leidenschaft schaue.

So einfach ist das gar nicht mit dem Fan werden. Denn, wie mir meine Freundin warnend prophezeite: „Die spielen in der Bundesliga aber nicht so schön wie bei Jogi Löw.“

Fazit 1. Spieltag:
Gesehene Spiele: 1 1/2 & NDR 2-Bundesliga-Show mit halbem Ohr
Wo: Heimische Couch & Restaurant mit Sky in Hamburg Eimsbüttel
Verbesserungswürdig: Location mit Stimmung & mehr Fußballfans finden
Fand ich gut: Bayerisches Kombinationsspiel, Kagawa
Fand ich schlecht: Fritz von Thurn und Taxis („Schmelzer mit Schmalz“???), Michael Ballack (falls das Gerücht stimmt und er mitgespielt hat)

ein Kommentar

  1. Christina · · Antwort

    Na so schlecht ist das Fazit f??r den ersten Spieltag doch gar nicht. Positiv wie ich finde: Guter Fu??ball gewinnt nach wie vor unsere Sympathien.. siehe Schweini.. ;-)F??r die n??chsten Spieltage sehe ich f??r mich aber ehrlich gesagt ziemlich schwarz. Ich kann mich ja nicht die ganze Saison damit ??ber Wasser halten, Bayer Leverkusen und ganz konkret einen Spieler doof zu finden.. Postive Emotionen und W??nsche machen einfach mehr Spa??. Ich freu mich ja wenn Bayern und Dortmund gewinnen, aber einfach nur weil ich mich freue wenn ihr und Schatzi sich freuen.. 🙂 Ich bin mir selbst einfach zu wenig involviert, aber wie soll man das am besten ??ndern? Ach und noch eine sch??ne Vokabel f??r die n??chsten Spiele: "Sch??nes Ding!" 😉 Aber da kannst du doch bestimmt auch auf dein Nationalmannschaftsrepertoire zur??ck greifen..

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