Eine Liebeserklärung an die Männer am Rand

Berti, Rudi, Klinsi, Jogi – mein Herz galt schon immer den Männern (und Frauen – Silvia Neid ist großartig) auf der Bank. Natürlich nicht nur den Deutschen, mein zweites fußballerisches Heimatland Holland beispielsweise versorgt zuverlässig selbst Fußballzwerge mit vernünftigen Coaches. Von Männern wie Scolari und Skurrilitäten des Weltfußballs wie Maradona gar nicht zu sprechen. Nicht – und jetzt könnt ihr wieder genervt die Augen verdrehen oder resigniert aufstöhnen – wegen ihren taktischen Genies. Sondern weil ein Trainer seine Persönlichkeit der Weltöffenlichkeit darlegt wie kaum ein anderer. Seine „Kinder“ tollen auf dem Platz und sind unmittelbar, vor seiner Nase, der Beleg für Erfolg oder Misserfolg seiner Arbeit.

Dementsprechend die Vielfalt der Reaktionen, von Flaschentritten bis hin zu wüsten Beschimpfungen wahlweise der eigenen Spieler oder der Unparteiischen. Ich liebe dieses emotionale Auf-und-Ab, der Trainer bringt ja auch meistens die Emotionen des Zuschauers auf den Punkt. Gut, seine klugen Ratschläge kommen beim Spieler an, der Zuschauer brüllt nur sinnlos Fernseher, Großleinwand oder weit entfernte Spieler an.

Man erahnt es schon – Trainer, die auch mal ausrasten und ihre Gefühle genauso ehrlich zeigen wie ihr Talent, sind mir am liebsten. Und ihr fragt euch noch, warum meine Vereinswahl auf den BVB fiel? Klopp ist nicht nur offensichtlich ein Spitzentrainer und geborener Motivator, er zeigt auch ziemlich unmissverständlich, was in ihm vorgeht. Bei meinem Stadionbesuch wanderte mein Blick öfters rüber zur Trainerbank. Veh sah ich kein einziges Mal an der Seitenlinie auf- und abtigern, was Klopp von Minute 1 an machte. Und bei seinem kleinen Ausraster sagte der ein oder andere Fan um mich herum: „Ohoh, gleich geht’s schon wieder auf die Tribüne!“

Meine liebsten Trainer in der aktuellen Bundesliga: Klopp, Tuchel und Feierbiest Van Gaal (auch wenn ich letzteren trotz verwandschaftlicher Vorbelastung manchmal wirklich schlecht verstehe). Und Jogi mochte ich schon, als er nur Klinsis Vize war.

Und hier mein liebster Trainer-Moment: Jogi und Josef schimpfen erst und verbrüdern sich dann:

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