Nachtritt: 2 Tore Abstand, Herr Hoeneß!

Ich sag doch, hört einfach auf mich. Mit meinem Neulings-Auge kann ich das alles viel objektiver beurteilen. Und so dann natürlich auch korrekt vorhersagen, dass der BVB dem FCB aber mal sowas von kräftig in den Hintern tritt. Eigentlich hab ich damit sogar mehr Fußballwissen als Herr Hoeneß. Wobei: Ist das so schwer? Wo war der Mann mit dem roten Kopf eigentlich nach dem Spiel?

Ihr merkt, ich schwebe noch in irgendwelchen Sphären. Aber hey, nach dem von mir korrekt prognostizierten Sieg (sogar das exakte Ergebnis hatte ich richtig getippt) in meinem bisher aufregendsten BVB-Spiel darf ich doch auch mal. Überhaupt kann ich immer noch nicht fassen, dass das Team, das ich zu Beginn der Saison auf Basis der Kriterien Trainer, Fans, Vereinsgeschichte und pure Sympathie „gewählt“ habe, mir Woche für Woche das Wachbleiben bei Bundesliga-Spielen so leicht macht. Von „Noch nie ein Spiel gesehen“ in Rekordzeit zu „Fast jedes Spiel zumindest sehen wollen“ – klappt natürlich vor allem, weil der BVB so unfassbar gut ist. Und dabei trotzdem immer noch sympathisch.

Nach dem Bayernspiel weiß ich erstmals wirklich, warum die Bayern so verhasst ist. Die Arroganz von Verein, Spielern und (vielen) Fans ist ja kaum zu ertragen. 5:1 Tipps musste ich mir noch kurz vor Anpfiff anhören! Da mischt sich dann in gerne Schadenfreude in einen 2-Tore-Abstand-Sieg, anders als bei, sagen wir, St. Pauli. Und macht somit schlagartig noch mehr Spaß.

Dagegen Dortmund: Über Klein-Kevin kann man ja wirklich viel sagen. Aber immerhin lässt er den Worten Taten folgen, mischt den Rekordmeister auf und darf dann auch zu Recht ne große Klappe haben. Das nennt man wohl Selbst-Motivation.

Wenn ich zum Ende der Saison die Momente auswerte, in denen ich gemerkt habe, das ich wirklich Fan dieser Mannschaft bin, werden drei davon aus diesem Spiel stammen:
1. Das erste Tor, vorgelegt durch das angebliche Großmaul Kevin.
2. Nuri Sahin zerdeppert vor lauter Freude Klopps Brille.
3. Klopps offensichtliche, fast kindliche Freude über seine Jungs im ersten Interview nach dem Spiel.

So, liebe Leute, macht man Menschen wie mich zum Bundesliga-Fan. Toller Fußball, echte Emotionen auf und neben dem Platz und Spiele wie dieses. Rasenschach statt Getrete, taktische Meisterleistung gegen nur theoretisch überlegene Gegner. Hach. Mehr davon.

Ach ja, und manche Bayern-Fans sind natürlich auch ganz nett. Auf Twitter hat der ein oder andere sogar (etwas widerwillig) einfach zur Meisterschaft gratuliert.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s