Obrigada, Felipe!

Wenn man ein Champions League-Achtelfinal-Rückspiel im Stadion sehen will, geht man ja grundsätzlich davon aus, dass der Abend Nägelkauen und unkontrolliertes Rumgebrülle beinhalten wird. Und dann ist hinter Hummels noch den ganzen Tag ein Fragezeichen. Im Stadion dementsprechend die leicht panische Frage an die Nebenstehenden: „Hast du Netz? Ich will die Aufstellung sehen!“ Natürlich hat keiner Netz. Aber dafür Nobby ein Einsehen und Mitleid, eine halbe Stunde vor Anpfiff wird die Aufstellung verlesen. Die Mannschaft wärmt sich da noch auf und von unseren billigen Plätzen weit oben im Nordosten des Stadions lässt sich wirklich kein Mats Hummels erkennen. Kein Wunder, der spielt ja auch nicht. Sondern Santana.

Ich mag Santana, sehr sogar. Aber ach, Santana ist doch kein Hummels. Oh jeh. Nervosität setzt spätestens jetzt ein.

Konfetti, Hymne, Anpfiff. Gutes Spiel. Nervosität bei jedem Ballkontakt von Santana besonders schlimm, obwohl er die Befürchtungen mit keinem Fehlpass bestätigt. Trotzdem warten auf den Patzer. Und dann passiert es. Felipe Santana, Kopf, Tor. Wir wären alle sprachlos, wenn wir nicht so mit Jubeln beschäftigt wären. Bei Tor Nummer 2 setzt Erleichterung ein. Bei Tor Nummer 3 entspanne ich sogar meine verkrampfte Körperhaltung, die der Sichtbehinderung auf unseren Plätzen geschuldet ist. Meine Knie tun ja auch schon weh. Will darüber natürlich nicht Jammern, schließlich spielt Kehl mit angebrochener Rippe, wie man später erfährt.

Wie nervös ich in letzter Zeit bei Spielen der Wundertüte BVB bin, merkte ich ab Minute 80 beim Stand von weiterhin 3:0. Die Süd startete mit dem Einsingen aufs Derby am Wochenende, der Rest des Stadions stimmte ein. Meine Freundin und ich, beide, immer noch etwas angespannt: „Ist das nicht etwas arrogant, das Spiel ist ja noch nicht vorbei?!“ Erst bei Minute 87 verabschiedete ich mich endgültig von der Vorstellung, Donezk könnte noch ausgleichen und damit weiterkommen. Vielleicht wollte ich mir mit solchen schlummernden Horrorvorstellungen ja auch nur die Spannung erhalten.

Statt Nägelkauen gab’s am Dienstag Abend ungeheure Souveränität. Obrigada, Felipe Santana!

Außerdem danke an Jan für dieses Gänsehaut-Video, das er auf der anderen Stadionseite filmte und mir freundlicherweise zur Verfügung stellte (für die Mitfahrgelegenheit sowieso!):

Da freut man sich schon aufs Viertelfinale, oder? Demnächst in einem Stadion in Ihrer Nähe.

2 Kommentare

  1. Und danke auch an Bernhard für die nette Gesellschaft beim Verkrampft-Stehen-und-versuchen-die-andere-Seite-vom-Spielfeld-zu-sehen. 😉

  2. […] immer wieder. Beim Auswärtsspiel in Donezk, eines von vielen Herzinfarkt-Spielen. Weniger nach dem Heimspiel gegen Donezk, als der Herzinfarkt ausnahmesweise mal ganz ausblieb. Eins änderte sich nicht: Mein […]

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