Mein Filmmonat Mai: Super süß & super schrecklich und Star Trek

Eigentlich soll es hier im Blog auch über Filme gehen – und dennoch scheitern meine Rezensionen neben dem profanen Faktor Zeit und der jahrelangen Gewohntheit, gesehene Filme auf Englisch bei Flixster zu rezensieren, vor allem an der Masse. In einem durchschnittlichen Monat schau ich ziemlich viele Filme. Nicht alle davon sind gut. Daher nun eine Idee mit Potenzial zur wahren Blamagen: Ab jetzt schreibe ich am Ende des Monats hier einfach auf, was ich alles gesehen habe. Dabei zählen alle Filme, die ich das erste Mal gesehen habe, Wiederholungstäter fand ich ja offenbar gut genug für’s noch einmal ansehen. Im Sommer dürften es ein paar Filme weniger sein als im Herbst – aber immer mit einem großen Anteil furchtbaren Schrotts. Lacht mich also gerne aus. Die Mai-Auswahl ist wahrscheinlich unvollständig, da aus dem Gedächtnis rekonstruiert – und gerade schlechte Filme verdrängt man ja manchmal gerne.

Das Bourne Vermächtnis/The Bourne Legacy

Mein erster Bourne-Film! Und er gefiel. Solide Action-Unterhaltung, wenn auch mit haarsträubendem Plot. Nachdem mir glaubhaft versichert wurde, dies sei der schlechteste Bourne-Film, werde ich mir die anderen wohl mal anschauen müssen. 3/5.

Star Trek: Into Darkness

Ach, was soll ich hier groß erzählen. Manchmal denke ich, dass JJ Abrams die neuen Star Trek-Filme extra für mich macht. Genug nerdige Anspielungen auf die alten Filme für Fans wie mich, und genug solide SciFi-Action für alle anderen. Ich saß glücklich mit meiner 2D-Brille auf der Nase im Kino und freute mich durchgehend. Benedict Cumberbatch ist GROSSARTIG! 4.5/5

The Great Gatsby

Filme, auf die man sich schon jahrelang im Voraus freut, sind immer schwierig. Baz Luhrmann schaffte es nicht, meine übergroßen Erwartungen zu erfüllen. The Great Gatsby ist ein bildgewaltiger Film ohne echte Seele, die großartigen Darsteller helfen da leider auch nicht. Kein schlechter Film, aber auch kein großartiger, dafür ist die Handlung von The Great Gatsby einfach zu dünn – vielleicht ist es einfach eines dieser unverfilmbaren Bücher. Die Bildgewalt alleine allerdings macht ihn sehenswert, diesmal bereute ich auch, den Film in 2D geguckt zu haben – ich vermute, dass 3D das Rauschhafte der Luhrmannschen Bilderflut erst richtig zur Geltung bringt. 3.5/5

Super süß und super sexy/The Sweetest Thing

Wie heitert man eine reine Mädelsrunde nach einem verlorenen Champions League-Finale auf? Wir versuchten es hiermit. Eine deutliche Warnung muss ausgesprochen werden: Schauen Sie diesen Film auf gar keinen Fall jemals nüchtern! Filme, die man mit Eierlikör im Blut noch so schlecht findet, müssen nüchtern unerträglich sein. Bei „Super süß und super sexy“ will man sich abwechselnd Augen (Die Klamotten!!!), Ohren („Penis Song“) und Hirn (das Drehbuch, die Dialoge, alles) auskratzen. 0/5

Pitch Perfect

Vielleicht lag es daran, dass ich diesen Film nach dem vorhergegangen filmischen Disaster sah, oder auch, weil es 4 Uhr morgens war. Aber ich fühlte mich von diesem glee-esken Spaß mit Acapella-Musikeinlagen und der üblichen College-Coming of Age-Geschichte (Mädchen ist Einzelgänger, Mädchen muss aus Grund XY in eine Gruppe/Mannschaft eintreten, Mädchen lernt den Wert von Freundschaft & Teams, Mädchen gewinnt Freunde & nen hübschen Typen) prächtig unterhalten. 3/5

Verwünscht/Enchanted

Ein Film, über den ich nur zwei positive Dinge sagen kann: Die Schauspieler haben offensichtlich großen Spaß & der Film tat gar  nicht weh. Oder kaum. Man konnte dabei auch hervorragend dösen. 2/5

Sunshine Cleaning

Ein amüsanter, teilweise bösartiger Film über ein Schwesternduo, das Tatorte reinigt, mit hervorragenden Darstellern. Leider driftet es irgendwann etwas ab in Richtung erhobener Zeigefinger & Familienschmonzette. Aber vor allem die saukomisch und verletzlich zugleich spielende Emily Blunt macht den Film sehenswert. 3.5/5

Chely Wright: Wish me Away

Eine eindringliche Dokumentation über das minutiös geplante Coming Out der amerikanischen Country-Sängerin Chely Wright. Als Wright sich 2010 als lesbisch outete, war meine Reaktion „Chely wer?“ – in den USA überschlugen sich die Medien jedoch geradezu. Die Doku zeigt ihren Aufstieg zum Ruhm in einer religiös und konservativ geprägten Musikszene auf, unter ständiger Unterdrückung ihrer Identität, derer sie sich sehr jung schon bewusst ist. Es ist erschreckend, wie sehr sich Wright in die Selbstverleumdnung flüchtet, und wie sehr sie sich teilweise bei der filmischen Aufarbeitung noch für diese Handlungen schämt. Ein bedrückender Film, und dann am Ende auch ein befreiender, wenn man sieht, wie glücklich sie das Coming Out am macht. Ein Plädoyer fürs Outen & für ein ehrliches Leben, und ein spannender Einblick in das Leben als Prominenter „im Schrank“. 4/5

Im Juni freue ich mich besonders auf: Man of Steel & World War Z. Blockbuster season is upon us! Außerdem eröffnet in Hamburg hoffentlich das Savoy-Kino wieder.

2 Kommentare

  1. Ich glaube, wäre ich in Eurer Lage gewesen, hätte ich mir eher das CL Finale nochmal angesehen, anstatt SS&SS… Ganz schlimm…

    Gatsby finde ich ehrlich gesagt völlig überbewertet. Ok. Ich gebe zu: Wenn ich „Bildgewaltig“ lese, denke ich in der Regel „hätte der Regisseur wohl doch besser Fotograf werden sollen“… Aber was Du mit „keine Seele“ schreibst trifft es schon irgendwie. Der fokussiert sich für mich total auf Ausstattung und Kamera, und vergisst damit den Rest doch recht stark.

    Star Trek hab ich immer noch nicht gesehen. VERDAMMT!

    Und Bourne.. Hm. Ich würde einen Punkt weniger geben, aber vor allem der Erste Bourne ist echt sehbar…

    1. Der Vorschlag, doch lieber nochmal das Finale zu schauen, wurde mehrfach geäußert. 😉

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