Mein Filmmonat Juni: Hebräischsprachige Kunst und kleine Ballerinas

So wenig Filme wie im arbeitsreichen Juni habe ich lange nicht mehr gesehen – dafür war die Trefferquote halbwegs guter Filme deutlich über Schnitt. Manchmal ist es gar nicht verkehrt, wenn man keine Zeit für Schrott hat. Mein erster Film im Juli war „Die Hard 5“, ihr dürft mir das also gerne glauben. 😉

Colombiana

In Colombiana geht es um folgendes: Zoe Saldana tötet und sieht dabei gut aus. Nein, sie sieht dabei unverschämt gut aus. Gewaltverherrlichender, aber unterhaltsamer Vertreter des Rache/Profikiller/Luc Besson mag starke Frauen-Genres mit einer – ich will das noch einmal ausdrücklich betonen – unglaublich heißen Zoe Saldana. Und da Zoe Saldana katzenhaft elegant selbst den dümmsten Plot aufwerten würde (und der hier ist auch nicht dümmer als der Genreschnitt), bringt sie diesen Film auf 3/5.

First Position

Zu konventionell und klischeehaft erzählte Dokumentation über Kinder und Teenager und ihrem Traum vom Ballett. Als Kind einer Ballettfamilie freue ich mich immer, wenn Tanz als der harte Sport gezeigt wird, der er ist, jenseits der Tutus und Pailletten. Der Film zeigt dann auch eindrücklich, dass Ballett ein Leistungssport ist, mit Verletzungen, extremem Training und ehrgeizigen Eltern. Leider vergisst die Doku darüber, den besonderen Zauber des Tanzes und der Bühnenperformance zu verdeutlichen, genauso gut hätte es ein Film über junge Gymnasten sein können. 3/5

The Place Beyond the Pines

Der viel gehypte Film erfüllt die ersten 45 Minuten absolut uneingeschränkt das vollmundige Versprechen der überschwänglichen Reviews. Ryan Gosling spielt sich mit solcher Verve und Präsenz durch seinen Handlungsstrang, dass man ihm gerne stundenlang zuschauen würde. Leider ist „The Place Beyond the Pines“ eine dreiteilige Erzählung und nicht alle drei Teile können das Versprechen der ersten Minuten erfüllen. Im Mittelteil verlor Pines mich fast komplett, die Charaktere hier sind einfach nicht so unwiderstehlich faszinierend wie Ryan Goslings Luke. Der dritte Teil ist dann wieder besser und schneller erzählt. Insgesamt ein guter Film – aber nur die ersten 45 Minuten sind meisterlich. 4/5

Waltz with Bashir

Wie konnte ich so lange warten, um „Waltz with Bashir“ zu sehen? Was für ein Meisterwerk da eingeschweißt seit Jahren ein Schattendasein in meinem DVD-Regal fristete! Die gezeichnete israelische Dokumentation über den ersten Libanonkrieg ist visuell faszinierend und dicht erzählt. Eine faszinierende Studie über Verdrängungsmechanismen in traumatischen Situationen, Schuld und Sühne. Wenn am Ende des Films der Schleier vom Gedächtnis des Hauptprotagonisten genommen wird und zu echten Bildern geschnitten wird, unvermittelt und schockierend, schlägt einen der Film kräftig in die Magengrube. Einer der besten Filme, den ich jemals gesehen habe. Fast schäme ich mich, das dieser Film mit „Colombiana“ in einen Blogpost muss, den hier reden wir wahrhaft von zwei Welten des Kinos. 5/5

Film-To Do-Liste im Juli: „Man of Steel“ werde ich wohl für DVD aufheben, aber „World War Z“ steht nach dem wahnsinnig guten Buch, auf dem der Film basiert, immer noch auf der Liste. Außerdem möchte ich trotz Animations-Abneigung gerne endlich „Despicable Me“ sehen und neue Almodóvar-Filme sind bei mir ohnehin immer absolutes Muss.

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