Mein Filmmonat Juli: Schrott, mehr Schrott und Zombies

Es war ein harter Monat.  Mit überdurchschnittlich vielen Film für einen Sommermonat, aber auch mit überdurchschnittlich viel Schrott. Ihr müsst jetzt ganz stark sein. Und stolz auf mich, dass ich das hier so transparent offen lege. 

Stirb Langsam – ein guter Tag zum Sterben / A Good Day to Die Hard

Ja, nun, wenn man Lust auf KRACH BUMM PENG hat, dann guckt man halt mal so etwas. Die Hard 5 ist teilweise lustig, macht viel KRACH BUMM PENG, zerstört halbe Innenstädte und Bruce Willis muss bluten. Außerdem gibt es frappierende Logik- und Kontinuitätsfehler, die das Potenzial für begleitende Trinkspiele haben. Manchmal muss man so etwas gucken. 1,5/5

Streetdance 2

Es gibt zwei Arten, so einen Film zu bewerten: Einmal als Film. Dann ist er grottenschlecht. Und dann als längeres Musikvideo, dann ist er super. Wir spulten Spielszenen vor und Tanzszenen zurück und amüsierten uns köstlich. 1/5

Act of Valor

Irgendwo zwischen US Army-Recruitment-Video und Computerspiel bewegt sich dieser heldenverehrende, uramerikanische Erguss über Navy Seals im Einsatz, besetzt mit echten Navy Seals. Das Problem: „Act of Valor“ ist spannend, überzeugend gefilmt, durchweg unterhaltsam und fühlt sich sogar halbwegs realistisch an. Wäre er nicht so unerträgliche Propaganda, müsste man ihn wohl höher bewerten. 2/5

Take Shelter

Ein bedrückender, klaustrophobischer und extrem gut erzählter Film, gefüllt mit apokalyptischen Visionen, die vielleicht Symptom von Geisteskrankheit sind, vielleicht aber auch nicht. Überhaupt nicht die Art von Film, die ich nach dem Trailer erwartete. Enthielt einige der gruseligsten Momente, die ich seit langem gesehen habe – aber kein Horrorfilm, sondern eher langsam hochschaukelndes Psychodrama. Wer sich mit dem Film nach dem Abspann noch etwas weiter beschäftigt, findet außerdem eindrucksvolle Aussagen über Finanzkrise und Zerstörung der Umwelt, ein Film den man noch lange analysieren und interpretieren kann, nachdem er einmal unterhalten hat. Außergewöhnlich, unbedingt sehenswert. 4,5/5

Biutiful

Lange habe ich ihn vor mir hergeschoben – und wusste nach recht kurzer Zeit schon warum. Leichte Kost und banale Themen macht Iñárritu grundsätzlich nicht. Biutiful ist daher ein quälende, tragische, allumfassende Abhandlung über Leben, Sterben, Familie, Verantwortung. Gedreht in großartigen Bildern in einem erstaunlich düster wirkenden Barcelona und mit einem zu Recht hoch gelobten Javier Bardem. Ein toller Film – an dem ich nur einen Kritikpunkt habe. Und dafür muss ich mich bei Iñárritu langsam entschuldigen. Der Mann macht so fantastische Filme, und ich habe nichts Besseres zu tun, als sie mit „Amores Perros“ zu vergleichen. Was kann ich denn dafür, dass sein Debut gleich auf meiner ewigen Top 10-Liste gelandet ist. Das hier ist aber Iñárritus zweitbester Film. 4,5/5

Zombieland (3/5)

Wenn man Lust auf Zombietrash hat, guckt man halt mal so etwas. Und bekommt: Zombietrash! Großer Spaß, hoher Unterhaltungsfaktor und einer der besten Auftritte, die Bill Murray je hatte. Nicht ganz so originell und witzig wie „Shaun of the Dead“, aber solide gemacht. Kann man übrigens hervorragend nach „Biutiful“ gucken, um die Depression wieder abzuschütteln. 3/5

World War Z

Der Film hat nur Titel und Zombies mit dem gleichnamigen und sehr lesenswerten Buch gemein – ist aber spannend erzählt, solide Blockbusterkost und könnte nur einen Tick weniger „Brad Pitt als Superdaddy“ vertragen. Keine Filmkunst, aber durchweg unterhaltsam. 3.5/5

21 Jump Street

Sollte jemand ein Filmschema mit Tendenz zu leichtem Schrott im Juli erkennen – jaaaa, und, wenn man viel arbeitet und wetterbedingt erst spät Abends Filme einlegt, kann es nun einmal ganz, ganz böse werden. Wobei: 21 Jump Street war gar nicht so böse wie erwartet. Abgesehen von den Penis-Witzen. Hätte der Film einfach mal auf ein paar Genitalbasierte Humorversuche verzichtet und stattdessen mehr auf die Chemie der Hauptdarsteller und die ansonsten solide erzählte Geschichte vertraut, wäre er sogar recht gut gewesen. Die Anspielungen auf die von mir früher heiß geliebte TV-Serie sind liebevoll und ehrlich witzig. Peniswitze sind es allerdings nicht wirklich. 2.5/5 für infantilen Spaß, der besser hätte sein können.

Die fantastische Welt von Oz / Oz the Great and Powerful (3/5)

Hübsch anzusehen und mit Schauspielern, die offensichtlich alle sehr viel Spaß hatten – ein netter Film mit amüsanten Szenen, Typus „Unterhaltung für die ganze Familie“. Leider stellenweise uninspiriert und zu lang. 3/5 

In Time – deine Zeit läuft ab / In Time

Die Prämisse ist interessant und die ersten 20 Minuten gefielen mir überraschenderweise sogar richtig gut. Dann allerdings kommt ein so durch und durch auf die junge Zielgruppe abgemischter (sprich: Auf dem Reißbrett geplanter), banaler Actionfilm zu Vorschein, dass man den Drehbuchautoren gerne links und rechts einen mitgeben möchte. Andererseits bin ich vermutlich auch zu alt für diesen 0815-Streifen, der durch einen dramaturgischen Kniff nur mit jungen Darstellern besetzt ist (auch wenn nicht alle wirklich so aussehen, als seien sie mit 25 im Alterungsprozess gestoppt). Und Justin Timberlake hat inzwischen die Facetten „cool“ und „lustig“ ganz gut gelernt, für „traurig“ und „wütend“ würde ich ihm aber noch einmal separaten Schauspielunterricht empfehlen. 2/5

Und im August? Wenn das Wetter so weiter geht, bleiben nur Open Air-Kinos. The World’s End ist geplant. Und Despicable Me habe ich immer noch nicht gesehen.

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