Mein Filmmonat September: Genremix mit Klischees und Cornetto

Der September war ein Monat der abgebrochenen Filme und aufzuholenden Serien. Eigentlich hätten abgebrochene Filme direkt eine eigene Kategorie verdient. „The Girl“, „The Italian Job“ (ein Film, so belanglos, dass ich bis Minute 80 nicht wusste, ob ich ihn schon einmal gesehen habe) und „Leb wohl, meine Königin“ beispielsweise hielt ich nicht bis zum Ende durch. Dafür aber die nachfolgenden Filme. Ein wüster Genremix aus Parodie, Action, deutscher Möchtegernkomödie, Zeichentrick und Drama.

The World’s End

Teil 3 der Cornetto oder Blood & Ice Cream Trilogy ist zwar der schwächste Teil – was aber immer noch verdammt awesome ist. Natürlich nur im Original, allein der synchronisierte Trailer zog mir die Schuhe aus. „The World’s End“ ist ein grandioser, furioser Spaß und nimmt jeden SciFi und Horrorfilm auf die Schippe, den ihr je gesehen habt. Ich wollte danach noch einmal rein. Und warte jetzt sehnsüchtig auf eine Cornetto Trilogy DVD Box. 4,5/5

Premium Rush

Bei einem Film, der „Premium Rush“ heißt, einen aber fast einschläfert, ist etwas schief gelaufen. Vielleicht hätte man etwas talentiertere Drehbuchautoren an diesen Actionfilm lassen sollen, dann wäre vielleicht etwas draus geworden. So chargiert sich der arme Joseph Gordon-Levitt durch ein vor Klischees triefendes Drehbuch und Spannung kommt nur kurzzeitig bei den zahlreichen Verfolgungsjagden auf. Selbst die werden irgendwann langweilig. Vorhersehbarer als eine Episode „Verbotene Liebe“. 1,5/5

Sein letztes Rennen

Ach. Der Film fängt eigentlich ganz gut an. Und besetzt ist er obendrein sehr gut, selbst Didi Hallervorden kann tatsächlich anders und spielt sehr gut den gealterten Olympiasieger, der im Altersheim beschließt, einen letzten Marathon zu laufen. Die Klischeekiste wurde allerdings so dermaßen gründlich über diesem Film ausgeleert, dass es teilweise schon unfreiwillig komisch wird. Kein Charakter zeigt auch nur das kleinste bisschen Komplexität, obendrein driftet die Geschichte schnell in moralinsaueres Allerlei ab. Leider fühlte ich mich in meiner Abneigung gegen deutsches Kino mal wieder bestätigt. Mit amerikanischem Feelgood-Kino, als das der Trailer den Film verkauft, hat das leider wenig zu tun – das ist nämlich deutlich besser gemacht. 2/5

Merida – Legende der Highlands / Brave

So habe ich mir als Mädchen meine Prinzessinnen gewünscht! Cool, mit Locken, schlau und nicht auf der Suche nach dem erstbesten Prinzen. Eine wundervolle Geschichte, die volle Punktzahl mehr als verdient. Ab sofort mein neuer Lieblings-Trickfilm. Na gut, mit „Finding Nemo“ vielleicht auf einer Stufe. Pixar kann’s halt. 5/5

Zwei an einem Tag / One Day

Mit Anne Hathaway und Jim Sturgess herausragend gut besetzt, aber leider etwas langatmig und berechenbar geraten. Das gefühlige Drama hat einige wirklich schöne Momente, verliert sich aber gegen Ende etwas in Klischees. Klischees sind irgendwie das Leitthema meines Filmmonats, oder? 3,5/5

Und im Oktober? Sind die tollen Lesbisch-Schwulen Filmtage Hamburg, bei denen ich mich mit viel Disziplin auf 5 Filme beschränken kann, darunter der hochgelobte „La vie d’Adele“. Mit „Gravity“geht es gleich heute los, für „The Butler“ liegen schon Freikarten rum und auch „Behind the Candelabra“ ist geplant. Ach ja, und „Rush“. Ohoh, es wird ein langer Filmmonat. Dummerweise fangen gleichzeitig alle Herbstserien wieder an. Vielleicht bekomme ich eckige Augen? Gottseidank ist wenigstens eine kurze Länderspielpause, man muss ja die Zeit irgendwo hernehmen!

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