Meine Filmmonate November & Dezember: Bechdel-Test für alle

Ich hänge böse hinterher – mit Bloggen, mit meiner Filmliste, mit Umzugskartons packen. Daher fällt die Filmliste für November & Dezember zwar lang an Filmen, aber kurz an Text aus (und liegt hier schon 10 Tage fertig rum). Neu dabei ein Selbstversuch für ein paar Monate: Jeden Film habe ich dabei auf den Bechdel-Test überprüft. Wenn man damit einmal anfängt, verdirbt man sich Kino leider ein wenig – denn bei guten Filmen, die durch den Test durchfallen, verstand ich meist schlicht nicht, WARUM? Es ist oft so einfach, den zweiten Wissenschaftler oder Polizisten einfach auch weiblich zu machen, und doch passiert es selten.

Sehr viele Filme habe ich nicht zu Ende geschaut, „Gomorrha“ & „Man of Steel“ zum Beispiel. Ersterer war mir im Umzugsstress einfach zu anstrengend und ich hatte keine untertitelte italienische Version zur Hand und vermute, dass Sprache den Film deutlich aufgewertet hätte. „Man of Steel“ bekommt von mir die Krone für den schlechtesten Film 2013. Grauenvolles Popcorn-Kino ohne Seele. Dafür hat er jetzt die zweifelhafte Ehre, der erste Film zu sein, den ich nach Pay per View Zahlung bei Sky nicht zu Ende geschaut habe („Wir haben ja gezahlt…“ „Wenn da noch was explodiert, fange ich aber an zu schreien!“). Den Bechdel-Test hätten die beiden Filme eh nicht gepackt.

Und jetzt zur langen Liste vom im Stress übersprungenen November & dem Dezember.

 

Ich – Einfach unverbesserlich / Despicable Me

Endlich gesehen! Endlich kenne ich mehr als nur die Minions! Und es hat sich gelohnt. Der Film ist herzerwärmend, lustig, wunderbar. Ein Plädoyer für Familien jenseits der Norm und die wichtigen Dinge im Leben. Locker 5/5.

Bechdel: Hmm, welches Geschlecht haben Minions? Allein die 3 Mädels interagieren reichlich. Also Ja.

Ich – Einfach unverbesserlich 2 / Despicable Me 2

Der zweite Teil hat mehr krachenden Humor, leider aber nicht mehr ganz so viel leicht subversive Botschaften (Familie kann alle Formen haben) und nicht mehr ganz so viel Herzenswärme. Trotzdem eine 4/5 – der Film ist ein solider Spaß und eine sehr gute Fortsetzung.

Bechdel: Siehe Teil 1.

Taffe Mädels / The Heat

„The Heat“ ist ein Buddy Cop Film wie er im Buche steht, mit allen Makeln des Genres – aber halt mit zwei Mädels in der Hauptrolle. Und da muss ich ehrlich zugeben, dass ich diese Art von Film mit weiblichen Hauptdarstellerinnen einfach lustiger finde. Vielleicht stört mich dann der primitive Humor weniger? Auf jeden Fall mangelt es dem Film nicht an Humor, Sandra Bullock und Melissa McCarthy sind ein Traumduo – nur der Kriminalfall ist nicht besonders gut erzählt. Daher nur 2,5 von 5 – aber kann man mal gucken, macht Spaß.

Bechdel: Ja, absolut keine Frage.

Die Tribute von Panem – Catching Fire / Catching Fire

Beim zweiten Versuch wurde das tolle Buch viel besser adaptiert, „Catching Fire“ ist exzellent besetzte Blockbuster-Unterhaltung. Die gesellschaftskritischen Elemente des Buches kommen ebenfalls besser rüber als im ersten Teil, die Erzählung ist flüssiger und näher am Buch. 4/5

Bechdel: Ja.

Déja Vu – Wettlauf gegen die Zeit / Déja Vu

Grundsolider, spannender Thriller, atmosphärisch in typischer Tony Scott-Manier erzählt. Ein paar gleiche Ungereimtheiten sind in der Story versteckt, aber nicht so viele wie im nachfolgenden Zeitreise-Drama. 3,5/5

Bechdel: Nein, es gibt nur zwei weibliche Charaktere, die nie miteinander agieren. Ich wage aber die Prognose, dass der leider inzwischen verstorbene Regisseur Tony Scott den Film 2012 (er ist von 2006) schon anders besetzt hätte. Zeiten ändern sich.

Looper (2,5/5)

Der Film fängt viel versprechend an und verliert sich dann in den Tiefen der eigenen Zeitreise-Story und sentimentalem Müll, der das ganze Ende verhunzt. Am Ende reicht es nur noch für 2,5/5.

Bechdel: Nein, die wenigen, aber zentralen, weiblichen Charaktere interagieren alle nur mit Männern. Außerdem fungieren sie eigentlich nur als Projektionsflächen für die Emotionen & Motivationen der männlichen Helden, was mich extrem störte.

Die Unfassbaren / Now you see me

Kann man gucken. Macht Spaß, ist solide erzählt und gut gemacht. Aber halt keine Kunst. 3/5

Bechdel: Nein. Die beiden zentralen weiblichen Charaktere interagieren nicht oder minimal miteinander.

Voll abgezockt / Identity Thief

Jaaaa, ich mag Melissa McCarthy, na und? Ich komme auch noch nicht darüber hinweg, dass ausgerechnet sie es geschafft hat in der Filmindustrie aus der Cast meiner geliebten Serie „Gilmore Girls“. Dieser Film lebt von ihrem Talent und dem von Jason Bateman. Beide haben viel. Für eine Buddy Komödie ist dieser Film überraschend gut – 3/5 ist quasi mein Höchstlob für kalkulierte Mainstream-Comedies. Na gut, Bridesmaids habe ich 5/5 geben, aber da habe ich auch zwei Stunden durch gelacht.

Bechdel: Jein. Der Film zentriert so sehr auf die beiden Hauptdarsteller, da fällt es schwer, Interaktionen mit anderen Charakteren überhaupt vernünftig zu bewerten. Tendiere zu Ja.

Cabin in the Woods

Whedonscher Horror-Meta-Spaß – ein absolutes Muss für jeden Fan des Horror Genres und natürlich alle Whedonites. 4/5

Bechdel: Gerade so Ja, wegen einer Eingangsunterhaltung der beiden zentralen Frauen, die sich nicht nur um die Männer dreht.

7 Pounds / Sieben Leben

Dicht erzähltes, von Will Smith herausragend gespieltes, Drama über Schuld und Sühne. Die Auflösung kommt erst zum Schluss, was einen leider zwischendrin immer wieder etwas Interesse verlieren lässt. Ich hätte die Erzählstruktur etwas anders gestaltet. Aber einer dieser Filme, bei dem der AHA-Moment ganz am Ende kommt und aufrüttelt. 3,5/5

Bechdel: Ja, eine Ärztin spricht mit Rosario Dawsons Charakter.

The Perks of Being a Wallflower / Vielleicht lieber morgen

Mir fällt dazu nichts ein, außer: GUCKEN! Toller Film. Nur das Durchfallen durch den Bechdel-Test versetzte ihm bei mir eine deutliche Delle. 4/5

Bechdel: Nein – erstaunlicherweise schafft es der Film trotz vielschichtiger Frauencharaktere, dass keine Frauen miteinander sprechen. Erschreckend und auch total unnötig.

Mindhunters

Ich hatte den Film notiert, mit Bewertung (2,5) – wusste aber erst einmal nicht, was das nochmal war. Sagt alles, oder? Thriller, der teilweise extrem spannend ist, aber auch hoffnungslos absurd.

Bechdel: Ja

Die Köchin und der Präsident / Les saveurs du Palais

Ein wundervoller, leicht melancholischer Film über die wichtigen Dinge im Leben: Das tun, was glücklich macht und gutes Essen. Mit einer Leichtigkeit erzählt, die nur französisches Kino kann. 4/5

Bechdel: Ja.

 

Und im Januar: Wenn ich mit neuer Stadt, Umzug und neuem Job zum Filme gucken komme, könnte der Januar gut werden, denn ich starte mein jährliches Oscar-Programm. Einen Film habe ich daraus schon gesehen – „12 years a slave“. Irrsinnig guter Film, anschauen, Deutschland-Start ist der 16. Januar!

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