Filmmonat Januar: Kurze Liste mit 3 Oscar-Kandidaten

Im Umzugsgeprägten Januar blieb nicht so viel Zeit für Filme. Deswegen ist die Filmliste für Januar sehr kurz und vielleicht sogar ein bisschen geschummelt – ich habe manchmal vergessen, mir Notizen zu machen. Zudem habe ich komplette Bundesliga-Spieltage vergessen und wichtige Dokumente versehentlich in eingelagerten Umzugskartons verlegt, es sei mir also verziehen. Dafür wird der Februar wie jedes Jahr gefüllt mit Oscar-Kost en masse. Schon unter den 5 Januar-Filmen sind drei Oscar-Kandidaten 2014.

 

The Grey – Allein Unter Wölfen

Ich fasse mal zusammen: Liam Neeson und irgendetwas mit Wölfen. Viele Menschen sterben kreativ. Dazwischen ist gähnende Langeweile und schöne Landschaften. 2/5

Bechdel: Nein, Frauen gibt’s nur sehr am Rande. Kreativ sterben tun nur Männer. Wahrscheinlich sind auch die Wölfe männlich.

12 years a slave

Grandioser, schonungsloser Film. Der mehrfach Oscar-nominierte Film ist schnörkellos und gnadenlos erzählt und verzichtet auf die üblichen Versatzstücke wie den einen „guten“ Sklavenhalter. Man hat das Gefühl, ein ehrliches, vollkommen ungeschöntes Lehrstück über diese dunkle Kapitel der US-Geschichte zu sehen – betretene, bestürzte Gesichter im gesamten Kino. Und genau das macht den Film so gut, denn er vermittelt die Hoffnungslosigkeit in der Sklaverei so gut, dass es stellenweise fast schmerzt. Alle Darsteller, allen voran die Oscar-nominierten Chiwetel Ejiofor, Michael Fassbender und Lupita Nyong’o (letztere gibt ihr Debut, und was für eines! Unglaubliche Leistung) tragen ihren Teil dazu bei. 5/5 und wirklich dringende Empfehlung.

Bechdel: Ja, mindestens zwei der Frauen haben eine gemeinsame Szene.

Cadillac Records

Gut besetztes, aber leider schrecklich erzähltes Musikfilm-Drama. Toller Soundtrack. 2/5

Bechdel: Nein, die weiblichen Charaktere sprechen nicht miteinander.

The Wolf of Wall Street

Wildes Spektakel irgendwo zwischen Komödie und Drama, das leider zu lang und zu unausgewogen daher kommt. Die Exzesse nervten mich irgendwann nur noch, Jonah Hill ist kein angemessener Gegenpart für den überragend guten Leonardo diCaprio (der seinen ersten Oscar sicher gewinnen würde, wenn nicht „Dallas Buyers Club“ wäre).

Bechdel: Nein, weibliche Charaktere sprechen nicht miteinander

Cutie and the Boxer

Einer dieser Filme, die ich ohne die Oscar-Nominierung niemals gesehen hätte – und ich bin der Academy dankbar dafür, dass es ich wegen meiner kleiner Besessenheit nun tun musste. Intensive, komische, mitreißende Dokumentation über ein Künstler-Ehepaar in New York. Vor allem ist es die Geschichte einer Ehe zweier starker Charaktere mit außergewöhnlichem Talent und dem Versuch der Ehefrau, ihre eigenen Ziele angesichts des extrem dominanten, aufmerksamkeitssüchtigen Ehemannes. 5/5

Bechdel: Hmm, kann man das auf Dokus anwenden? Es ist so eine starke Geschichte über die Identitätsfindung einer Frau, da will ich das auch gar nicht wirklich. Um technisch zu bleiben: Ja, „Cutie“ spricht mehrfach mit Galeristinnen und anderen Frauen.

 

Und im Februar? Oscar-Time! Wenig nicht Nominiertes dürfte sich einschleichen, denn die Watchlist ist noch recht lang geraten. Am meisten freue ich mich auf „American Hustle“.

 

 

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